Bisher Erreichtes

28.10.2020 – Ein Beitrag zum neuen Herd der Paul-Gerhardt-Gemeinde

Leider konnte seit März wegen Corona kein Mittagstisch in der Paul-Gerhardt-Gemeinde im Stephanienbad stattfinden. Wir vermissen das Kochen und das gemeinsame Essen! Immerhin wurde die neue Küche im Sommer eingebaut. Für den Mittagstisch gab es eine Spende der Stadt Karlsruhe, außerdem haben die Besucherinnen und Besucher immer gespendet. Deshalb konnten wir der Gemeinde 1000 € für den neuen sechsflammigen Herd überreichen.

 

Foto: Wolfgang Grimberg

Badische Neueste Nachrichten, 03.02.2020 
Von unserem Redaktionsmitglied Susanne Jo
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Begegnung beim Mittagessen

Gut leben und älter werden in Beiertheim und Bulach: Die ersten Projekte zeigen Wirkung

GROSSE NACHFRAGE: Das Mittagsessen im Stephanienbad, das Ehrenamtliche alle 14 Tage anbieten, kommt bei den Beiertheimern und Bulachern sehr gut an. Foto: jodo

Linsen mit Würstchen und Spätzle servieren Christine Dörner, Uwe Bohner, Günther Kast und Senta Friedrich im Stephanienbad. 50 vorwiegend ältere Menschen haben sich um die Tische versammelt, es wird erzählt und gelacht. Helga Neidhard und Ilse Wieser unterhalten sich ebenfalls angeregt mit ihren Tischnachbarinnen. „Normalerweise kommen wir mit dem Rollator, diesmal wurden wir von ihrer Tochter gefahren“, schildert die 91-jährige Helga Neidhard und zeigt auf ihre Freundin. Ilse Wieser ist nochmal zwei Jahre älter und ebenfalls angetan vom Treffen in Stephanienbad. „Wir leben alleine, da ist es schön, wenn man mal rauskommt“, sind sich die beiden einig. „Und das Essen schmeckt uns auch“!

Das hören die Organisatoren gerne. Der Mittagstisch im Stephanienbad, der derzeit alle zwei Wochen angeboten wird, ist einer der Programmpunkte der Projektgruppe „Gut leben und älter werden in Beiertheim und Bulach“. Die beiden Bürgervereine, die katholische und die evangelische Kirchengemeinde tragen es. Entwickelt wurde es bei der ersten „Zukunftswerkstatt“ im Frühjahr 2019.

Ausgangspunkt war, dass es in Beiertheim und Bulach keinerlei Angebot für Betreuung und Pflege gibt – aber durchaus Bedarf. 70 Plätze werden benötigt, so der städtische Pflegebericht. Eine der Projektgruppen engagiert sich, dass an der Litzenhardtstraße 109 eine Nutzung für Betreuung, Pflege und Begegnung realisiert werden kann. In den inzwischen maroden Gebäuden waren früher der Kindergarten Sancta Maria und das katholische Gemeindezentrum. An Begegnungsstätten für Jung und Alt und an alternativen Wohnprojekten arbeiten weitere Projektgruppen. Und ein Steuerungsteam kümmert sich um die Finanzen und die Koordination.

Christine Dörner gehört der Steuerungsgruppe an – und ist sehr zufrieden mit der bisherigen Entwicklung. „Es ist schon sehr viel in Bewegung gekommen.“, freut sie sich. Zum „Cornern“ haben sich vergangene Woche trotz Eiseskälte 50 Beiertheimer und Bulacher jeden Alters beim Beiertheimer Brunnen getroffen und sich bei Punsch und Keksen ausgetauscht. „Es war eine ganz zauberhafte Stimmung“, erzählt sie. „Da treffen Menschen zusammen, die einander sonst nie begegnen würden.“

Weiter im Programm hat die Gruppe „Begegnungsstätten“ ein Speed-Dating im Stephanienbad (6. März, 19 Uhr) und eine Ü-55Party im Alten Rathaus Bulach (16. Mai). „Da gehen wir hin“, teilt Angelina Legnaro ihrem Partner Eduard Mayer beim Essen mit. „Ich habe auch schon meine Freundinnen angespitzt“, sagt sie schmunzelnd.

Das gemeinsame Mittagessen gibt es bereits seit Oktober. „Es kam auch so schnell in Gang, weil Pfarrerin Schneider-Harpprecht das Projekt vorantrieb und die Küche im Stephanienbad zur Verfügung stellte“, schildert Dörner. Sie hat diesmal gekocht und dafür einen Tag Urlaub genommen. Stützen konnte sie sich auf ein Küchenteam, dass schon prächtig eingespielt ist. Jürgen Schade etwa, der auch in der Küche im Einsatz ist, hat auch das Einkaufen übernommen. Die Zutaten stammen von der Beiertheimer Metzgerei und aus dem Unverpackt-Laden am Bahnhof. Vom regionalen Anbieter, bio und möglichst auch fair gehandelt soll sein, was auf die Teller kommt, sagt Jürgen Philipp – und immer frisch zubereitet. Auch eine fleischlose Variante ist stets vorgesehen. Suppe oder Nachtisch gehören zum Menü, erklärt Wolfgang Diebold, der auch bei der Vesperkirche aktiv ist. Längerfristig ist ein wöchentliches Angebot das Ziel, abwechselnd in Beiertheim und Bulach, blicken die beiden voraus. Allerdings fehle es in Bulach an einer geeigneten Küche. Auch über einen Fahrdienst denke man nach. Und dass auch Kaffee und Gebäck gut ankommen, zeigte sich beim Menü kurz vor Weihnachten.

Das würde auch Ilse Wieser und Helga Neidhard gefallen. „Bei uns gibt es nichts, wo man mal Kaffeetrinken kann“, erzählen sie. Bevor die Gäste nach zwei Stunden wieder gehen, werfen die meisten eine Spende ins aufgestellte Körbchen. „Es trägt sich“, sagt Jürgen Philipp. Und vom Überschuss besorge man, was in der Küche fehlt – einen Pürierstab beispielsweise.

Termine: Alle zwei Wochen gibt es das Mittagessen im Stephanienbad. Nächster Termin ist am 11. Februar. Serviert wird zwischen 12 und 13.30 Uhr, bis 14 Uhr kann gegessen und geplaudert werden. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.