Veröffentlichungen Presse

 

BNN, 15.04.2021

Platz für Senioren

OB Mentrup unterstützt Bündnis für mehr Raum für ältere Menschen in Beiertheim und Bulach

Karlsruhes Oberbürgermeister setzt sich für ältere Menschen ein. In den Stadtteilen Beiertheim und Bulach soll mehr Raum für Ältere entstehen, fordert ein Bündnis. Der OB hat nun seine Unterstützung zugesagt.


OB Frank Mentrup unterzeichnet die Absichtserklärung des Bündnisses aus Beiertheim und Bulach. Die Absichtserklärung wurde neben dem OB von Inge Geisel (Ev. Paul-Gerhardt-Gemeinde), Susanne Rohfleisch (Caritasverband Karlsruhe), Thomas Ehret (Kath. Kirchengemeinde St. Nikolaus), Christine Dörner (Bürgervereine Beiertheim), Markus Barton (AWO Karlsruhe), Burkhard Isenmann (Firma Orbau) und Andreas Bieberstein (Bürgerverein Bulach) unterzeichnet. Foto: Tanja Schmith

von Tanja Schmith

Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) hat am Donnerstag zugesagt, sich für die Verbesserung der Situation älterer Menschen in Beiertheim und Bulach einzusetzen. Eine entsprechende Absichtserklärung unterschrieb er im Rathaus.

Das Papier wurde von einem Bündnis aus Vereinen, Verbänden und kirchlichen Vertretern vorgelegt. Damit wollen sie Pläne für eine bessere Versorgung und Betreuung im Alter in den Stadtteilen vorantreiben.

„Wir wollen in unserem vertrauten Stadtteil älter werden können“, betont Christine Dörner vom Bürgerverein Beiertheim. Der Bedarf sei da, bestärkt Inge Geisel von der evangelischen Paul-Gerhardt-Gemeinde. In Beiertheim und Bulach fehlen unter anderem stationäre Pflegeplätze, heißt es in der Erklärung.

„Ich habe schon immer bedauert, dass es kaum Raum für Ältere gibt“, sagt Thomas Ehret, Pfarrer der katholischen Kirchengemeinde St. Nikolaus.

Karlsruhes OB lobt die Initiative

Vorschläge für Plätze der künftigen Entwicklungen sieht das Bündnis in einem Gelände in der Litzenhardtstraße in Bulach und in einem Gebäude der AWO in der Hohenzollernstraße in Beiertheim. Dort soll Raum für „soziale Zwecke, Pflege und Betreuung“ geschaffen werden, heißt es in der Erklärung.

Oberbürgermeister Frank Mentrup lobt die „herausragende Arbeit“ der Initiative. „Ich drücke die Daumen, dass alles so klappt, wie Sie es sich wünschen“, so der OB.

Die Absichtserklärung sichert die Nutzung der Grundstücke nicht zu. Zuvor muss unter anderem die Bauvergabe durch die Stadt und den Gemeinderat erfolgen.


BNN, 20.05.2019

Bürger schmieden Zukunftspläne

Beiertheimer und Bulacher engagieren sich für gelebte Nachbarschaft

Idee vom Mittagstisch im Stephanienbad
Von unserer Mitarbeiterin Monika John

Wie wollen wir in drei bis fünf Jahren in Beiertheim und Bulach leben? Unter dem Motto „Gut leben und älter werden“ traf sich am Samstag die „Zukunftswerkstatt“, eine Initiative der beiden Bürgervereine sowie der evangelischen und katholischen Kirchengemeinden in Beiertheim und Bulach. „Es geht um uns alle. Wir wollen herausarbeiten, wo etwas fehlt und worum wir uns kümmern müssen“, sagen Christine Dörner vom Bürgerverein Beiertheim und Andreas Bieberstein vom Bürgerverein Bulach.

Das Interesse ist groß. Mehr als 50 Bürger diskutieren im Gemeindesaal St. Michael darüber, wie sie sich nachbarschaftliche Vernetzung in Zukunft vorstellen und was man dagegen tun kann, dass ältere und pflegebedürftige Menschen ihren Stadtteil und damit ihr gewohntes Umfeld verlassen müssen.
Moderator Christoph Weinmann ermuntert sie und fragt: „Welches grundlegende persönliche Hauptinteresse ist ihnen so wichtig, dass es hier auf jeden Fall bearbeitet werden soll?“

Insgesamt zwölf Themen arbeiten die Damen und Herren heraus. Bürger mit gleichen Interessen schließen sich in Gruppen zusammen. Da wird ein Treffpunkt für Jung und Alt gewünscht, eine Stätte für Betreuung und Pflege, eine Tausch- und Hilfsbörse, ein täglicher Mittagstisch oder ein Café. Es geht um Nahversorgung, um Nachbarschaftspflege, um Vernetzung über moderne Kommunikationsplattformen und anderes.

Für Sigrid Eder von der katholischen Kirche Beiertheim ist es wichtig, dass Treffpunkte geschaffen werden, die nicht gewinnorientiert arbeiten. Sie möchte die „Unsichtbaren“, so nennt sie die Menschen, die man kaum noch zu sehen bekommt, aus der Isolierung herausholen. „Das treibt mich an“, sagt sie.

Christine Dörner und Andreas Bieberstein sprechen vom ehemaligen Kindergarten St. Maria in der Litzenhardstraße. „Es ist ideal für ein Begegnungs- und Pflegezentrum“. Dafür wollen sie sich einsetzen. Immerhin verfüge weder Beiertheim noch Bulach über eine derartige Einrichtung. „Wir brauchen alles, Wohngruppen, Pflegegemeinschaften, ambulante Hilfe, stationäre Versorgung.“

Pfarrerin Ulrike Schneider-Harpprecht träumt von einem täglichem Mittagstisch für Jung und Alt. Statt Essen auf Rädern solle man gemeinsam essen. Das schmeckt auch besser. Als Begegnungsstätte schlägt sie das Stephanienbad vor. Räume seien genügend vorhanden. Außerdem könne jeder das Talent mit- und einbringen, was er habe. Handarbeiten beispielsweise, Spiele leiten oder Formulare ausfüllen. Ziel sei es, etwas füreinander zu tun, sich auch gegenseitig zu motivieren.

Aus den zwölf Themen, die von den Gruppen erarbeitet wurden, sollen nun Zukunftsbilder entstehen. Den Teilnehmern der Zukunftswerkstatt ist es wichtig, in aufmerksamer Nachbarschaft zu leben, sich vielfältig für- und miteinander zu engagieren und in ein nachbarschaftliches Netzwerk eingebunden zu sein.

Ein Anliegen ist ihnen auch, dass ältere Menschen im vertrauten Stadtteil bleiben können. Deshalb sind ihnen ambulant betreute oder stationäre Wohnformen ein Anliegen. Großgeschrieben wird auch die Beteiligung junger Menschen. 


BNN, 15.05.2019

Gutes Zusammenleben für alle Generationen

Zukunftswerkstatt für Beiertheim und Bulach / Einrichtung für ältere Menschen auf der Wunschliste

Foto: jodo

DIE GRÜNFLÄCHE an der Gebhardstraße hat Potenzial, zu einem Treffpunkt zu werden, ist man im Stadtteil überzeugt. Nach einem Workshop sind erste Maßnahmen beschlossen. Seit Anfang Mai gibt es hier auch einen Bücherschrank. Auch neue Netzwerke sollen aufgebaut werden.

Von unserem Redaktionsmitglied Susanne Jock

Die Beiertheimer und Bulacher machen sich Gedanken über ihre Zukunft: „Gut leben und älter werden“ heißt die Veranstaltung, zu der die beiden Bürgervereine und die Kirchengemeinden für nächsten Samstag einladen. In der „Zukunftswerkstatt“ soll zusammengetragen werden, was sich die Stadtteilbewohner wünschen, was fehlt und worum man sich kümmern sollte, um beste Bedingungen im Quartier zu schaffen. „Gut leben heißt, dass wir uns vielfältig füreinander und miteinander engagieren, dass wir eine unterstützende und aufmerksame Nachbarschaft haben und dass wir mitgestalten und in Netzwerke eingebunden sind“, erklärt Christine Dörner vom Bürgerverein Beiertheim.

Anregungen für Aktivitäten im Stadtteil, die Begegnungen ermöglichen, sind willkommen – ein täglicher Treffpunkt oder ein Mittagtisch sind solche Vorschläge. Auch was es bereits gibt, aber noch besser bekannt gemacht werden sollte, wird zusammengetragen. Gemeinsames Gärtnern ist ein solches Angebot, für das die evangelische Paul-Gerhardt-Gemeinde den Aktiven eine Fläche überlassen hat. Und freilich sollen sich bei der Zukunftswerkstatt auch die Menschen kennenlernen, die etwas bewegen wollen.

Schon lange ein Thema in Beiertheim und Bulach ist, dass es keine Pflegeeinrichtung im Quartier gibt, also weder ambulante noch stationäre Plätze vorhanden sind, die pflegebedürftigen Menschen das Altwerden im vertrauten Stadtteil ermöglichen. Engagement und Nachhaken der Bürgervereine bei der Stadt führten bislang nicht zum Erfolg. Gut 70 Pflegeplätze braucht der Doppelstadtteil mit seinen knapp 7 000 Bewohnern eigentlich, so die Bedarfsanalyse, die das Sozialdezernat erstellen ließ. „Die wenigen großen Grundstücke, die es noch gibt, müssten eine soziale Nutzung erfahren“, findet Andreas Bieberstein, der Vorsitzende des Bürgervereins Bulach.

Immer wieder ins Gespräch gebracht wird daher von Bulacher und Beiertheimer Aktiven, das Gelände an der Litzenhardtstraße 109 für eine Alten-Einrichtung zu nutzen, auch wenn es für ein Pflegeheim zu klein ist. Bislang war dort der katholische Kindergarten St. Maria, der nicht mehr bedarfsgerecht saniert werden konnte. Daher baute die Kirche – auf ehemals städtischem Gelände bei der Bulacher Grundschule – die Kita St. Georg. Das Areal von St. Maria ging im Gegenzug an die Stadt.

Aber auch kleinere Veränderungen und Initiativen, die älteren Menschen das Leben im Stadtteil erleichtern, sollen angegangen werden. Netzwerke und Nachbarschaftshilfen etwa. Und auch schon die Sitzgelegenheit, um auf dem Weg zur Apotheke eine Pause einzulegen, könne hilfreich sein.

Neue Bänke gibt es bereits beim Bücherschrank, der auf Initiative des Beiertheimer Bürgervereins und mit Unterstützung vieler engagierter Bürger Anfang des Monats Ecke Gebhard- und Hohenzollernstraße aufgestellt werden konnte. Der Grünstreifen gegenüber der St. Michaelskirche, den die Beiertheimer nach dem Pendant jenseits der Ebertstraße auch „Barbarossaplatz“ nennen, war im Vorjahr schon einmal Thema eines Workshops. Dass er sich zu einem Zentrum entwickelt und stärker zum Verweilen einlädt, war damals der Wunsch. Die Maßnahmen sind im Haushalt vorgesehen, die Umsetzung steht noch aus, so Dörner.

Gespannt sind die Organisatoren nun, was am Samstag an Ideen für die Quartiersentwicklung zusammengetragen wird – von jungen Menschen gleichermaßen wie von älteren, hoffen sie. Den Leihladen, der in der Oststadt an den Start ging, finden viele toll, weiß Christiane Krüpe-Gescher vom Beiertheimer Bürgerverein. Ob am Samstag auch in diese Richtung gedacht wird, bleibe freilich abzuwarten. „Es ist eine echte Wundertüte“, sagt Andreas Bieberstein über die Zukunftswerkstatt. Die den Stadtteil aber in jedem Fall voranbringen werde, sind sich die Organisatoren einig.

Termin

Die Zukunftswerkstatt findet am Samstag, 18. Mai, zwischen 11 und 17 Uhr im Saal von St. Michael, Geschwister-Scholl-Straße 4, statt. Moderiert wird sie von Christoph Weinmann. Wer Fragen hat oder wer sich einbringen möchte, am Samstag allerdings nicht kommen kann, hat die Möglichkeit, sich unter den Adressen info@beiertheim.de oder info@bv-bulach.org zu melden.