Bisher Erreichtes

Übersicht zum Thema Älterwerden, Pflege, ärztliche Versorgung, Bewegung (Stand Juli 2021)


Unterlagen zu folgenden Veranstaltungen:

Online-Veranstaltung vom 25.03.2021

Wie lassen sich Wohnen und Pflege vor Ort verbinden? Gerhard Kiechle, Bauverein Breisgau e.G., Freiburg, stellt u.a. ein Freiburger Mehr-Generationen-Quartier und Haus Lukas – Pflegen und Wohnen in Freiburg-St. Georgen vor.

 

Online-Veranstaltung vom 13.04.2021

Wie funktioniert Mehr-Generationen-Wohnen mit 250 Menschen im Karlsruher Quartier am Albgrün? Wie wird das lebendige Miteinander gefördert? Gespräch mit Helga Moysich und Horst Babenhauserheide .

 

Online-Veranstaltung vom 28.04.2021

Was bedeutet „Neue Pflege“? Was ist „Wohnen für Hilfe“? Wie gelingt das Miteinander von Haupt- und Ehrenamt? Gespräch mit Peter Kohm, Paritätische Sozialdienste, Karlsruhe und Monika Fischer, AWO Karlsruhe.


Letter of Intent – Unterstützung der integrativen Quartiersentwicklung und Verbesserung der Situation zur Versorgung, Unterstützung und Pflege in Beiertheim und Bulach –  am 15. April 2021 unterzeichnet.

Warum ein Letter of Intent?

In Beiertheim und Bulach fehlen stationäre Pflegeplätze und Begegnungsräume. Wir setzen uns für Orte der Begegnung und eine bessere Pflege- und Versorgungssituation in unserem vertrauten Umfeld ein. Klar ist: Wir brauchen Räume, Grundstücke und Gebäude. Klar ist auch:  Dafür braucht es uns alle! Wir wollen das in einem Beteiligungsprozess auf Augenhöhe und in enger Zusammenarbeit mit Anbietern und mit der Stadt umsetzen. Um unsere Pläne voranzutreiben, haben wir eine Willensbekundung, einen sogenannten „Letter of Intent“ (LOI) geschrieben.

Oberbürgermeister Frank Mentrup, beide Bürgervereine, beide Kirchengemeinden, die AWO und die Caritas Karlsruhe sowie das Bauunternehmen Orbau haben ihn am 15. April 2021 unterzeichnet.

 

Foto: Tanja Schmith

In dieser Willensbekundung bekräftigen alle, dass sie folgende Ziele gemeinsam unterstützen:

  • Leben in unterstützender, aufmerksamer Nachbarschaft;
  • Begegnungsräume und eine lebendige Begegnungsstätte für Jung und Alt;
  • Alt werden im vertrauten Stadtteil mit einem hervorragenden Netz aus nachbarschaftlicher Unterstützung, Beratungsangeboten, ambulanter und stationärer Versorgung sowie alternativen Wohnmöglichkeiten – ein Mehrgenerationenprojekt.

Wir setzen uns gemeinsam dafür ein, geeignete Grundstücke wie die Litzenhardtstraße 109 und die Hohenzollernstraße 22 in diesem Sinn sozial zu nutzen und die Nutzungsstruktur mit den Stadtteilen gemeinsam zu entwickeln. Darüber hinaus sollen weitere Räumlichkeiten erschlossen werden.

Wir haben viel auf den Weg gebracht. Auch wenn ein Letter of Intent natürlich kein Vertrag ist: Wir haben eine starke gemeinsame Willenserklärung. Wir haben die breite Unterstützung der Gemeinderatsfraktionen. Der „LOI“ ist ein weiterer Meilenstein auf einem guten Weg.

Christine Dörner


07. August 2020 – Artikel im Karlsruher Kurier


Die Stadt Karlsruhe übernimmt von der Katholischen Kirchengemeinde Alb-Südwest St. Nikolaus das Grundstück Litzenhardtstraße 109 (unser Bild). Die Stadt steht hier bereits in Grundstücksverhandlungen. Der beabsichtigte Erwerb steht im Zusammenhang mit einem von der Stadt der Kirchengemeinde bereits überlassenen Grundstück für einen Kindergarten. GRÜNE, SPD, FDP, KAL/Die Partei und DIE LINKE machen sich in einem interfraktionellen Antrag bei der künftigen Nutzung für das Vorhaben der Initiative „Gut leben und älter werden in Beiertheim und Bulach“ stark. Diese wünscht sich ein Pflege-, Mehrgenerationen- und Begegnungszentrum.

Die vielfältigen Bedarfe seien ihr bekannt, versicherte die Verwaltung. Wie nicht anders zu erwarten, fand der Antrag allseits Zustimmung, stellte OB Mentrup fest und meinte. „Dann brauchen wir nur noch jemand, der das Ganze betreibt.“ Nach der städtischen Handhabe müsse die Vergabe des Grundstücks ausgeschrieben werden – auch unter Berücksichtigung eines wirtschaftlichen, ökologischen, energetischen, gestalterischen und sozialen Konzepts. -rie-


28. Juli 2020 – Der Gemeinderat beschließt unter TOP 17 einstimmig die Annahme des Interfraktionellen Antrags vom 30. Juni 2020


30. Juni 2020 – Interfraktioneller Antrag von CDU-, GRÜNE-, SPD-, FDP-, KAL|DIE PARTEI-, FW|FÜR-, DIE LINKE-GEMEINDERATSFRAKTIONEN

Herrn
Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup
Rathaus
76124 Karlsruhe
– Per-E-Mail –

Thema

Sicherung des Grundstücks Litzenhardtstraße 109 für ein Projekt der sozialen Stadtteilentwicklung für Bulach und Beiertheim

Antrag

Die Fraktionen von CDU-, GRÜNE-, SPD-, FDP-, KAL|DIE PARTEI-, FW|FÜR und DIE LINKE beantragen:

  1. das Grundstück in der Litzenhardtstraße 109 in Bulach, das demnächst in den Besitz der Stadt Karlsruhe übergeht, wird gesichert für das Vorhaben der Initiative der Bürgervereine, der Kirchengemeinden und vieler Bürger*innen „Gut leben und alter werden in Beiertheim und Bulach“.
  2. das Konzept für ein dort zu erstellendes Pflege-, Mehrgenerationen- und Begegnungszentrum in einem kreativen Beteiligungsprozess gemeinsam mit der Bürgerschaft zu entwickeln.

Sachverhalt/Begründung

Beiertheim und Bulach fehlt ein Begegnungszentrum. Das oben genannte Grundstück (Flurstück 21067) beherbergte einst das ehemalige Gemeindezentrum und den Kindergarten St. Maria. Nun ist geplant, dass dieses Grundstück auf der Basis einer Vereinbarung zwischen der kirchlichen und der städtischen Gemeinde in absehbarer Zeit in das Eigentum der Stadt Karlsruhe übergeht. Es liegt im Bereich der Erhaltungssatzung „Ortskern Bulach“ im Geltungsbereich der einfachen Bebauungspläne (Baufluchtenpläne) Nr.195 und Nr. 195a „Bulach (alt)“.

Die unterzeichnenden Fraktionen setzen sich dafür ein, dass das Grundstück auch künftig für soziale Belange des Stadtteils zur Verfügung stehen wird. In diesem Sinne soll geprüft werden, welche Art von gemeinschaftlicher und sozialer Einrichtung an diesem Standort von einem künftigen Betreiber errichtet werden kann. Denkbar wäre zum Beispiel, dass dort Pflege- beziehungsweise Kurzzeitpflegeplätze oder ein Mehrgenerationenhaus und Begegnungszentrum einen Platz finden.

Ein Bedarf von 70 Pflegeplätzen in Beiertheim-Bulach ist belegt (siehe Seite 12 der Bedarfsplanung für Pflegeplätze, die im Februar 2019 dem Gemeinderat vorgelegt wurde – (https://web3.karlsruhe.de/Gemeinderat/ris/bi/vo0050.php?__kvonr=37032). In der nächsten Umgebung gibt es keine Einrichtung, die diesen Bedarf abdecken kann, der voraussichtlich noch wachsen wird. Deshalb ist schnelles Handeln wichtig.

Ein mögliches Konzept soll in Zusammenarbeit mit der Bürgerschaft im Sinne der sozialen Quartiersentwicklung und deren Verankerung in den Stadtteilen entwickelt werden. Bereits zum jetzigen Zeitpunkt engagieren sich die Bürgervereine von Beiertheim und Bulach gemeinsam mit den evangelischen und katholischen Kirchengemeinden vorbildlich in einer Initiative „Gut leben und älter werden in Beiertheim und Bulach“. Dieses Engagement sollte unserer Ansicht nach unbedingt durch die soziale Quartiersentwicklung unterstützt werden.

Die hier beantragte Vorgehensweise ist mit diesen Akteur*innen abgestimmt und wird von diesen ausdrücklich mitgetragen. 

Unterzeichnet von:

Tilman Pfannkuch, Bettina Meier-Augenstein, Dr. Thomas Müller sowie CDU-Gemeinderatsfraktion

Christine Großmann, Aljoscha Löffler für die GRÜNE Fraktion

Parsa Marvi, Michael Zeh und SPD-Fraktion

Tom Hoyem, Annette Böringer und Thomas H. Hock für die FDP-Fraktion

Lüppo Cramer für die KAL | Die PARTEI-Fraktion

Friedemann Kalmbach, Jürgen Wenzel, Petra Lorenz für die FW|FÜR-Fraktion

Lukas Bimmerle, Karin Binder, Mathilde Göttel für DIE LINKE-Fraktion



12. Juni 2020 – Brief der Bürgervereine Beiertheim e.V. und Bulach e.V.

An die Fraktionen und Gemeinderäte im Karlsruher Gemeinderat

Pflege(heim)situation in Beiertheim und Bulach; Sicherung des Grundstücks Litzenhardtstraße 109 in Bulach für soziale und pflegerische Belange 

Sehr geehrte Damen und Herren des Gemeinderates,

nochmals herzlichen Dank für das gute und sehr konstruktive Gespräch im Pfarrgarten von St. Cyriakus am 28.05.2020. Nachfolgend übersenden wir Ihnen, wie besprochen, die Stichpunkte für Ihren interfraktionellen Antrag, um 

  1. das Grundstück Litzenhardtstraße 109 zu sichern und 
  2. das Konzept für ein dort zu erstellendes Pflege-, Mehrgenerationen- und

Begegnungszentrum in einem kreativen Beteiligungsprozess gemeinsam mit der

Bürgerschaft zu entwickeln. Dies im Sinne der sozialen Quartiersentwicklung und der Verankerung in den Stadtteilen als Projekt, das gemeinsam getragen wird und für das man sich gerne engagiert.

Unsere Initiative „Gut leben und älter werden in Beiertheim und Bulach: 

Unter diesem Motto haben die beiden Bürgervereine sowie die evangelische und katholische Kirchengemeinde eine Initiative gegründet. Wir engagieren uns gemeinsam mit vielen Bewohnerinnen und Bewohnern unserer Stadtteile für generationenübergreifendes Engagement, aktive Mitgestaltung, Treffpunkte für Jung und Alt, für eine bessere Pflege und Versorgungssituation im vertrauten Umfeld. Wir freuen uns auf Unterstützung durch die soziale Quartiersentwicklung. 

Unsere Vision: 

  • Wir leben in unterstützender, aufmerksamer Nachbarschaft.
  • Wir haben Begegnungsräume und eine lebendige Begegnungsstätte für Jung und Alt.
  • Wir werden im vertrauten Stadtteil alt und haben ein hervorragendes Netz aus ambulanter und stationärer Versorgung, nachbarschaftlicher Unterstützung und alternativen Wohnmöglichkeiten für alte Menschen – ein Mehrgenerationenprojekt.
  • Wir entwickeln und gestalten das miteinander, denn: Zukunft braucht uns alle! 

Das Grundstück Litzenhardtstraße 109:

Flurstück 21067, Größe: 2338,66 m², ehemaliges katholisches Gemeindezentrum/Kindergarten St. Maria. Das Grundstück

  • geht in absehbarer Zeit in das Eigentum der Stadt Karlsruhe über, 
  • liegt im Bereich der Erhaltungssatzung „Ortskern Bulach“,
  • liegt im Geltungsbereich der einfachen Bebauungspläne (Baufluchtenpläne) Nr.195 und Nr. 195a „Bulach (alt)“. Das Grundstück war als Schulstandort vorgesehen,
  • liegt im Bereich des einfachen Bebauungsplanes Nr. 614 Nutzungsartfestsetzung und ist dort als Dorfgebiet (MD) ausgewiesen.
  • Der Standort wurde bisher für den Gemeinbedarf genutzt und muss weiterhin Baugrundstück für Gemeinbedarf verbleiben. Es besteht eine Sonderrolle, auch im Hinblick auf die Erhaltungssatzung.
  • Auf dem Grundstück wäre z. B. eine ambulant betreute Pflegewohngemeinschaft denkbar; das wurde von der Stadtverwaltung bereits bestätigt. 

Das Grundstück ist ein hervorragender Standort für eine Einrichtung im Sinne eines Mehrgenerationenhauses, mit Pflegeplätzen, Begegnungsorten, täglichen Unterstützungsangeboten, vielleicht auch alternativen Wohnkonzepten und mit Raum für bürgerschaftliches Engagement. Der Ort hat Tradition, er war immer ein Gemeindezentrum mit vielfältiger Nutzung – angeboten wurde, was gebraucht wurde. Der Bedarf von alleine 70 Pflegeplätzen in Beiertheim-Bulach ist klar vorhanden.

Wie Unterlagen aus dem kürzlich wieder gewonnenen Grundstein von St. Maria (Grundsteinlegung vom 13. Juni 1974) verdeutlichen, war das Grundstück bis Anfang des 20. Jahrhunderts als Rathaus- und Schulstandort genutzt. Lt. Beschluss des Stadtrates vom 16.10.1930 ging das Grundstück an den kath. Kirchenfond, sodass im EG des ehem. Schulhauses ein Kindergarten, eine Nähschule und eine Bibliothek eingerichtet werden konnten, im OG ein Pfarrgemeindesaal mit Bühne und Nebenräumen. Daraus geht hervor, dass sich dort immer wichtige Einrichtungen befanden, die der Bürgerschaft und dem sozialen Miteinander gedient haben. Das gilt es zu bewahren und unbedingt fortzuentwickeln.

Mit den Kirchengemeinden – der Katholischen Kirchengemeinde Alb-Südwest St. Nikolaus sowie der Evangelischen Paul-Gerhardt-Gemeinde – ist dieses Schreiben abgestimmt. Es wird von diesen inhaltlich ausdrücklich mitgetragen.

Wir danken Ihnen für Ihre Unterstützung und hoffen auf eine gute Lösung für ein gutes älter werden in Beiertheim und Bulach. Für Rückfragen (auch telefonisch) stehen wir Ihnen selbstverständlich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfgang Rost
Vorsitzender BV Beiertheim e.V.

Dr.-Ing. Andreas Biebersteim
Vorsitzender BV Bulach e.V.

Dr. Christine Dörner
Leitung „Gut Leben und älter werden in Beiertheim und Bulach“